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Die Siedler-Gemeinde
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Egalisierter Stundenlohnriecht nach Kommunismus. Der ist gescheitert!

Die Überschrift gibt einen Vorwurf wieder, den ich mehr als einmal von politisch mainstreamigen Freunden gehört habe. Der Satz ist zum Teil richtig, zum Teil aber wieder nicht.

Was klarzustellen ist: Siedlergemeinden sind keine kommunistischen Einrichtungen. Sie verfolgen allerdings ein GlobalGeld-kritisches Konzept. Die selbstgewählten Spielregeln sind hierin eigen und gehen über alle politischen Systeme hinaus, auch mit Blick auf den Kommunismus. Im eigentlichen Markt- und Arbeitsprozess wird hier auf nichts zugesteuert, was man von der DDR und anderen Unternehmungen des "real existierenden Sozialismus" so zugemutet bekam. Dass diese sich wirklich einige herbe Schnitzer erlaubt haben kann nun wirklich nicht übersehen werden. Nachfolgend einige Beispiele, die interessanterweise auch von etlichen Aussteigerprojekten nachgeahmt wurden - wodurch sie dann allesamt scheiterten:

Zentrales Angebotsdiktat

Ausschaltung personellen und produktbezogenen Wettbewerbs

Sozialisierung der Produktionsmittel

Übrigens gab es im "real existierenden Sozialismus" durchaus besserbezahlte, sozial wie finanziell priveligierte Berufe. In den Siedlergemeinden hingegen nicht! Hieraus dürfte im übrigen auch der einzige Einzel"nachteil" erwachsen, da durch eine egalisierte Wert-Schätzung von Arbeit die wirtschaftliche Entwicklung bzw. das "Wachstum" verlangsamt wird. Der gehetzte Turbokapitalismus wird im direkten Vergleich immer mehr Waren und Innovationen anzubieten haben. Nur ist der Preis dafür hoch: Kartelle, Malls und Supermärkte schlucken die "Kleinen", die Dörfer und Kleinstädte veröden, die menschliche Selbständigkeit löst sich im Angestelltenverhältnis der Großbetriebe auf, Maschinenwirtschaft bevorteilt Arbeitslosigkeit und verkleinert den Produktbezug, Menschen werden zum blossen Objekt eines Markts, der sich jene Arbeiter nimmt oder importiert, sie sich am billigsten anbieten/prostituieren. Und last but not least: Der ständig hingehaltene Wurstzipfel "mehr" zu haben und zu gelten, führt zum beständigen Hamsterradlauf, der das eigentlich Wichtige, das Leben, zur Randerscheinung degradiert.