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Die Siedler-Gemeinde
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Wie regelt Ihrdie Aussenwirtschaft?

Siedlergemeinden streben eine Wirtschaft an, in welcher ein Maximum an benötigten Gütern und Dienstleistungen nebst der eigenen Zahlungsmittel innerhalb des Dorfs zirkuliert, bildlich gesprochen wie das Blut in einem Körper. Das zugrundliegende Prinzip heisst Regionalismus: Dort konsumieren, wo es produziert wird.

(Konkurrenzlos billige) Zuflüss von aussen (Importe) führen in jedem Wirtschaftssystem wie beim Doping früher oder später zur Erlahmung natürlicher Leistungsfähigkeit, Abflüsse in Form von Exporten zur Entankerung, zur Verschärfung des Gewinnstrebens, zum Hamsterradlauf und wie beim Aderlass zur Ermattung.  Beides zusammen bildet die Krankheit des wachstumszwanghaften Globalisierungsprozesses, den die Siedler für ihren Lebensraum ausschalten wollen. Auch im Bewusstsein, daß nur so, über die wirtschaftliche Hintertür, das legale (!) Erlangen einer lebendigen Autonomie möglich ist. Welche wiederum das langfristige Ziel des Projekts darstellt.

Relevante Einfuhren finden daher in funktionierenden Siedlergemeinden nur dann statt, wenn diese Produkte nicht von einem Mitsiedler hergestellt werden können.

Aussenwirtschaft ist in Autarkdörfern schon deshalb illusorisch, weil ihre Produkte - Nahrungsmittel, Kleidung etc. - "draussen" gegen Güter aus Billiglohngebieten einen zermürbenden, fast hoffnungslosen Kampf zu führen hätten. Und selbst wenn sich ein Siedler auf, sagen wir Spezialchellos konzentrieren würde und diese relativ preiswert anbieten könnte, so bliebe er damit im gesellschaftlichen Leben des Dorfes ein Asozialer, weil er - 50 Haushalte brauchen nicht jedes Jahr ein neues Chello - dann erstrangig nach aussen arbeitet. Sein "Geschäft" würde so gut wie gar nicht real frequentiert. Und das steht dem Zusammenkommen entgegen, der Begegnung, der Ankerung in der Kommunität, die ja gerade angestrebt wird. Aus einem ähnlichen, nur umgedrehten Grund sollte es in Siedlergemeinden auch kein Hotel geben und keinen - sonst in Aussteigergruppen beliebten - Seminarbetrieb. Weil es eben nicht darum geht, daß die Welt bei den Siedlern "vorbeischnuppert", sondern vielmehr darum, daß diese bei sich selbst ankommen.

Ausnahmen

Siedlergemeinde die andenken Überschüsse zu verkaufen, sollten diesen Auswärtshandel beschränken (per Betrieb maximal 30% der im vorausgehenden Monat im Dorf abgesetzten Produkte). Der Güter-Verkauf kann dann über einen Exportladen, einen Marktstand (beides extern gelegen) oder Onlinehandelseitig abgewickelt werden. Zur Steuervermeidung übernimmt dieses Geschäft der am Rand des Dorfes befindliche, assoziierte, aber mit der eigentlichen Siedlung aufgrund Systemnaher Merkmale organisatorisch nicht unmittelbar verbundene Schnittstellenbertrieb (nachfolgend SSB).

Der vom SSB im Siedlungsland betriebene Tourismus hält Siedlern ab dem 16. Lebensjahr die Möglichkeit für Zusatzverdienste (in Valuta/Punkten) offen, etwa indem diese während der Ferien oder in der Freizeit Ausflugs- und Sportprogramme betreuen.