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Die Siedler-Gemeinde
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"Wofür braucht man eine Schule?Jeder kann schließlich seine Kinder bei sich zu Hause ausbilden! (Homeschooling)"

Siedlergemeinden sollten keine Experimente zulasten ihrer Kinder angehen! Warum? Erstens Nur die Schule ermöglicht eine ausserfamiliäre Lern-& Arbeits-Sozialisation. Teamlernen, und Gruppennoten entfallen in den heimischen vier Wänden, hat man nicht gerade den Nachwuchs im Umfang der WaltonsFamily in Planung. Zweitens etliche Staaten untersagen das Homeschooling. Drittens: Mit der Integration dieses freiheitlichen Konzepts laufen wir Gefahr, die Brücken für unsere Kinder nachhaltig abzubrechen; es ist nämlich gar nicht gesagt, daß der Nachwuchs, einmal erwachsen, unseren Lebensentwurf als den besten überhaupt ansieht. Vielleicht will die Tochter oder der Sohn nach der Volljährigkeit "im System" glücklich werden und sei es nur für eine gewisse Zeit. Ohne einen begrenzt oder gleich gar nicht anerkannten Schulabschluss wird das dann schwer. Ergebnis: Der Nachwuchs bleibt mit der "Faust in der Tasche" und einer Portion Fernweh im Bauch im Dorf. Was dem dortigen Klima abträglich wäre. Eine Schule - die wir in jedem Dorf brauchen werden - soll den Schüler deshalb nicht nur auf das Leben im Dorfsystem vorbereiten sondern ihn gleichzeitig ermächtigen, nach dem Abschluss frei entscheiden zu können, ob er bei uns bleiben will- oder nicht. Ein Grund, daß z.B. die Sprache des Umgebungslandes bereits früh Gegenstand des - deutsch gehaltenen - Unterrichts sein muss.

Wie könnte eineSiedlerschule aussehen?

Im globalisierten Sytem orientiert sich die Schulentwicklung am amerikanischen „Bologna“-Modell, das letztlich unter dem Diktat der Industrie steht. Worum es hier im Kern geht, ist die Ausbildung von "Humankapital". Das ist eine Herabwürdigung der Menschen, die geistige Wesen sind, zu Arbeitsmaschinen des Molochs Wirtschaft.

Wir sollten uns demgegenüber auf eine Pädagogik besinnen, die das Kind als personales Wesen wieder in den Mittelpunkt stellt, mit ganzheitlichen und auch vielfältigeren Möglichkeiten.

Ganzheitlich und vielfältig meint:

Es gibt eine Vielzahl positiver Werte, für welche Lehranstalten aus unserer Mitte stehen können, auf dass sie vermeiden das zu tun, was Mahatma Gandhi unter die „7 Todsünden der Modernen Welt“ zählt: „Wissen ohne Charakter“ aufzubauen:

Viele der genannten Eignungen werden an unseren Staatsschulen nur vermindert vermittelt, manche gleich überhaupt nicht. Was ein alarmierendes Zeichen ist.

Wie schafft manstrukturell "positive" Lernanreize im Unterricht?

Natürlich geht es auch darum, das Lernen (Arbeiten) dem Schüler "schmackhaft" zu machen. Und das geht nur durch Spannung, Lebensnähe, Erlebbarkeit und Praxis. Die konkreten Massnahmen sind ebenso vielfältig, wie sie in staatlichen Schulen sträflich übersehen werden:

Sportliches Lernen (z.B.Wissen/Könnenolympiaden)
Spielerisches Lernen (z.B.Themenbezogenes Trivial Pursuit)
Spannendes Lernen (z.B.Kriminalistik, etwa im Rahmen „Angewandter Natur-Wissenschaft“. Mathematik: Lösung des Rätsels der ägptischen Pyramiden)
Avantgardistisches Lernen (Neuland erforschen, entdecken. "Wie man den Krebs besiegt")
Praktisches Lernen (z.B. Ballonbau in Physik)
Identifikables Lernen (z.B.Streitgespräch, Rollenspiel)
Alltags-&Naturnahes Lernen ("Warum fällt der Tau")

All das ist vergleichsweise leicht zu stemmen.

Es bleibt aber ein organisatorisches Grundproblem, das typisch für jede Dorfschule ist. Denn hier "beissen" sich die stets gleichen Eckdaten miteinander: Einer zahlenseitig stark begrenzten Lehrerschaft steht eine hohe Alterssplitterung in der Schülerschaft gegenüber, bei teilweise schwach besetzten Klassen. Wie finden die Pädagogen da durch? Ein Lösungsangebot wäre der:

Intervallunterricht

Der Schulaufbau

Der Aufbau einer eigenen Lehranstalt in einem kleinen Siedlungsverband bringt besondere Erfordernisse mit sich. Die Hauptherausforderung besteht darin, ein breites Spektrum von Heranwachsenden Altersgerecht zu unterrichten und dabei gleichzeitig -Kostengründig- die Zahl von Lehrkräften gering zu halten. Die Lösung der Wahl war bislang die sogenannte Dorf- oder Einsammelschule, ein System, in welchem der Lehrer Schüler mehrerer Jahrgänge in einem Klassenverband gemeinsam „altersgerecht“ unterrichtete, was nur gelingen kann, indem man diese in Arbeitsgruppen still mit Aufgaben beschäftigt. Hauptproblem: Die Ausbildungsstätte wird so zu einer „Tuschelschule“, in der vornehmlich Hausaufgaben abgewickelt werden.

Getrennte Klassen, in denen mehr oder weniger Gleichaltrige ihren spezifischen Erfordernissen und Wissensständen entsprechend unterrichtet werden, erlauben demgegenüber einen offensiveren, kommunikativen und bewegten Umgang mit dem Lehrstoff, von dem die SchülerGruppen profitieren, ohne andere zu stören.

Obwohl sich bereits viele Familien „interessiert“ gemeldet haben ist im Fall des Autarkdorfprojekts die Wahrscheinlichkeit dennoch hoch, dass hier zunächst Klassen „gesammelt“ werden müssten. Da unsere Unternehmung Nachwuchsorientiert ist wird das „Schülerzahl-Problem“ später kaum mehr auftreten, wobei die Frage wie man die Lehrerzahl dennoch begrenzt hält dann weiter bestehen bleibt. Für diesen Umstand – im weiteren Sinne aber auch für den ersten – kann das folgende Konzept hilfreich sein, in welchem die Pädagogen verschiedene Gruppen in jeweils eigenen Räumen auf einer versetzten Zeitachse parallel unterrichten. Wobei es dann zu einem Mix Lehrerkraft-vermittelten und Selbst- bzw. Gruppengerichteten Lernens kommt. Der über diese Problematik hin entwickelte „Intervall-Unterricht“ ist ein Weg, diese Bausteine zu ergänzen und aus einer vermeintlichen StrukturSchwäche (Dorf) heraus ein Unterrichtssystem zu schaffen, das den gängigen Erziehungsmethoden sogar in verschiedener Hinsicht überlegen erscheint.

Wie, zeigt ein Direktvergleich der Systeme, die sich an den meisten herkömmlichen Schulen durchgesetzt haben.


Die Nachteile des bestehenden Schul-Systems

Die Nachteile des einseitigen Frontalunterrichts, der international die konventionelle Form des Unterrichtens darstellt, sind hinlänglich bekannt:

  1. Lehrerzentriert. Ständige Lenkung der Schüler
  2. Verführt die Lehrkraft zu autoritärer Gestaltung des Unterrichts
  3. Ständiges Macht- und Kompetenzgefälle zwischen Lehrer und Schülern
  4. Verleitet zur Bevorzugung besserer Schüler um den Stoff schnell "durchzukriegen"
  5. Führt zu starker sachlicher und emotionaler Abhängigkeit von der Lehrkraft
  6. Überbeanspruchung der Lehrkraft durch überhöhten Redeanteil
  7. Isoliert die Schüler und lässt keine Interaktion zwischen ihnen zu. Wenig Ausbildung der sozialen Wahrnehmung und des sozialen Handelns
  8. Erziehung zu Passivität und Anpassung
  9. Theoretische Einseitigkeit, mangelnde – auch spielerische – Anwendung im Unterricht
  10. Durch das Anbieten von Fertigerkenntnissen wird das Bewusstsein der Kinder eingeschränkt, den Kindern fehlt der Spaß und die Spannung am Lernweg, da dieser bereits vorgegeben wird
  11. Verstärkt Frage-Antwort-Prozedere
  12. Durch Mangel an Schüleraktivität und –kommunikation nachlassende Aufmerksamkeit
  13. Kaum Ausbildung von Kreativität, Selbstständigkeit der Denk-, Fühl-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit

Dem hat die Reformpädagogik die Offenen und Freien Unterrichte entgegengesetzt, in denen die Leitkompetenz des Lehrers gegenteilig auf die Schülerschaft übertragen werden. Auch diese Systemen weisen eine Reihe von Nachteilen auf:

  1. Schwierigkeit für den Lehrer, die Übersicht über die Gesamtsituation zu bewahren
  2. Höherer Geräuschpegel erschwert Lernsituation
  3. Disziplinprobleme
  4. Verwässerung des Erziehungsauftrags
  5. Lustprinzip dominiert die ,,Pflicht"-Vorstellung
  6. Grundfertigkeiten werden nicht mehr ausreichend gelernt
  7. Unstrukturiertheit; Unterricht wird beliebig; Jeder macht was er will, was...
  8. besonders Schülern mit Lernproblemen wird die Auffassung des Stoffs erschwert

Die bekannten Unterrichte passen sich wie gesagt im wesentlichen einer dieser beiden Formen an.


Intervall-Unterricht

Vom Hören-zum Anwenden-zum Bewähren. Vom Lehrer-zur Gruppe-zum EinzelSchüler

Der Intervall-Unterricht behält den Frontalunterricht lediglich bedingt bei, indem er ihn mit 20 Minuten in einem Zeitfenster optimiert, welches die Aufmerksamkeitsspanne der Schüler ideal bedient. Anschließend wechselt der die Thematik vertiefende oder weiterentwickelnde Lehr-, Lern- und Arbeitsprozess vom Pädagogen (der den Raum verlässt, um sich an die nächste Klasse zu richten) auf die Schülerschaft, welche 20 Minuten individuell und/oder innerhalb zweier/mehrerer Gruppen mit einer Problemlösung beschäftigt wird. Im abschließenden dritten 20-Minuten-Block „bewähren“ sich die Schüler individuell oder als Gruppe, indem sie dem Lehrer und/oder der zweiten Gruppe ihre Erkenntnisse und Lösungswege vermitteln.

Wie bekommt man das organisatiert?

Es geht wie folgt: Drei verschiedene Altersklassen sitzen in benachbarten Klassenzimmern und treten den Unterricht leicht zeitversetzt an. So hat der Lehrer die Möglichkeit, sich jeder neu eintreffenden Klasse nacheinander mit dem einführenden Frontalunterricht zuzuwidmen. Anschließend wird die Klasse still beschäftigt. Am Ende der Stunde(n) finden in den beiden zuletzt betreuten Klassen Bewährungen statt, die der Lehrer wiederum betreut.

Im folgenden ein Beispiel des Unterrichts dreier verschiedener Klassen durch die Lehrer „Meier“ und „Müller“:

Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3
8.00-8.20 Frontal Meier
8.20-8.40 Hausaufgabe Frontal Meier
8.40-9.00 Hausaufgabe Gruppendynamik Frontal Meier
9.00-9.20 Frontal Müller Bewährung (begleitet) Gruppendynamik
9.20-9.40 Frontal Müller Bewährung (begleitet)
... Frontal Müller

Mögliche Aufgabenstellungen in den unbeausichtigten Blöcken

Mittel: Vortrag oder Befragung Einzelner oder der Gruppe. Schüler-Schüler-Olympiaden, bei denen Gleichstarke Vertreter beider Seiten in konstruktiver Kontroverse gegeneinander antreten


Für die erst unterrichtete Klasse, welche die Lehrkraft nur während der einführenden 20 Minuten betreuen kann, empfiehlt sich als weiterführende Arbeit


Ich und Wir: Einzel- und Gruppen-Siege

Der Intervall-Unterricht ist wie gesehen darauf abgestellt erst das Stundenthema einzuführen, die Schülerschaft dann in Selbstarbeit in dieses zu involvieren, um abschließend die Ergebnisse abzuprüfen. Frontalunterricht durch den Lehrer und autonome Beschäftigung der Klasse in Einzel- oder Gruppenarbeit ergänzen also einander, und das bei Wegfall der meisten unter die "Nachteile des bestehenden Schul-Systems" genannten Negativa, die für die üblichen Arbeitsweisen sonst typisch sind.

Dazu addieren sich eigene Vorteile:

  1. Die Aufteilung des Lernvorgangs in drei gleich große Einheiten schafft kurzweilige Abwechselung und kommt dadurch Aufmerksamkeit-schwachen Schülern zugute.
  2. Dabei genießen die Schüler gerade beim Anwenden von Gruppenlernen innerhalb des zweiten Blocks, der Problemlösung, alle Vorteile des kooperativen, intraedukativen Lernens. Frei nach der Erkenntnis, dass das Gegenteil von zentraler Belehrung durch das "selber und miteinander Lernen", dem „Learning by doing“, gebildet wird.
  3. Der Verantwortungsspielraum des Schülers ist hier im besonderen Maße erhöht, da ihm innerhalb der Arbeitsgruppen auch vermittelnde und miterziehende Funktionen zufallen. Ein Vorgehen, das der römische Philosoph und Staatsmann Seneca auf die Formel homines, dum docent, discunt (Menschen lernen, während sie lehren) brachte.

Die Punkte 2. und 3. kommen am Besten zum Tragen, wenn in Phase 3 „Schwächere“ zur abschließenden „Bewährung“ herangezogen werden. Weil diese nicht nur die Entwicklung der Lösung innerhalb ihrer Gruppe verfolgen können sondern dann zudem - im Sinne des „Teamerfolgs“- auch noch vor dem „Antreten“ durch die Stärksten gebrieft werden – wovon die „Schnelleren“ sozial profitieren, da ihnen hier spielerisch die Lehrerrolle zufällt. In der sie wirklich „gut“ sein müssen, da der Auftritt ihres Mannschaftskollegen sonst daneben geht.


Schlüsselqualifikationen

Der Intervall-Unterricht ist gerade in der Gruppenvariante darauf angelegt, bei der Schülerschaft die Eigenschaften wie Methodenkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität, Eigen- und Führungsinitiative, Verantwortungsbewusstsein frühzeitig und wirksam zu fördern. Diese Qualifikationen können nur schwer von Schülern erworben werden, wenn ausschließlich der Lehrer exzerpiert, strukturiert, interpretiert, analysiert, argumentiert, organisiert, Probleme löst oder den Unterricht in sonstiger Weise managet und dominiert.


Kommunikation und Interaktion

Das Haupttrumpf für das kooperative Lernen wird hier glatt mitgenommen: Es ist das Fordern und Fördern der direkten Kommunikation und Interaktion der Schüler. Der gemeinsame Erfolg wird schneller erreicht, wenn man den Arbeitsvorgang gemeinsam vollzieht, Ressourcen teilt und sich gegenseitig hilft. Zusätzlich bedient gemeinsames Erforschen eine demokratische Lernkultur und damit Demokratie als solche. Auch vermittelt es für die Arbeitswelt notwendige Qualifikationen.

Es verbindet sich hier also kognitives und soziales Lernen. Da die Schüler beim kooperativen Lernen ihr eigenes Wissen, ihre eigenen Ideen aktiv in den Lernprozess einbringen können, fördert es auch die Lernmotivation und damit den Lernprozess.

Die -fallweise- Vergabe von Gruppennoten fördert darüber hinaus sowohl Eigen- als auch Gemeinschaftsleistung, bedient sowohl Konkurrenz als auch Solidarsinn. Das Allgemeinwohl wird hier als indivueller Vorteil erlebt. Ein wesentliches, von den erwachsenen Gründern bereits "verstandenes" Fundament der Autarkdorfidee findet damit Eingang in die nachwachsende Generation.


Unterrichtsgestaltung/inhalte: Spielerisch, Spannend und Praktisch

Die zentralen Aufgaben schulischen Lernens sind der Ausbau der individuellen körperlichen und geistigen Veranlagungen, das „Wissen/Könnenhaben“ und die Übung bzw. das Trainieren des Geistes. Der Langfristigkeit ihrer Wirkungen wegen können diese Ziele der Schülerschaft aber nur schwer als Motivatoren dienen. Um den Heranwachsenden dennoch am Lernprozess zu interessieren, muss der Unterricht deshalb in sich attraktiv sein. Hierfür bieten sich eine ganze Reihe von begleitenden Maßnahmen an, die in der Lage sind, das Arbeiten spannend, lebensnah, erlebbar und praxisbezogen zu gestalten:

Kinder-TV-Hits wie Löwenzahn oder Sesamstrasse zeigen, dass Wissensvermittlung dann am erfolgreichsten ist, wenn sie über eine attraktive „Story“, verdeckt spielerisch – also Lustbetont – läuft. Die „Kids“ fragen die Belehrung geradezu an und lernen ohne es eigentlich zu bemerken. Es ist dies ein System, welches Meinungsbildende Lobby- und Mainstream-Medien auch für die Erwachsenenwelt anwenden, um innerhalb einer fasslichen Geschichte Information zu „verkaufen“.

Das Gesellschaftsspiel Monopoly  ist ein noch deutlicheres Beispiel, wie man einen  an sich trockenen Stoff – das System des Raubtierkapitalismus – leicht erfahrbar und damit begreifbar macht. Dass die Erfinderin des Spiels, angeblich eine Anhängerin sozialreformerischer Ideen, das vorsätzlich tat um die Menschen vor den Auswüchsen des Systems zu „warnen“, so wie es Wikipedia sagt, mag stimmen. Wollte sie das, dann ging ihre Message nach hinten los, da das Brettspektakel ausgerechnet jenen zum Sieger erklärt, der am erfolgreichsten sein Grundstücks- und Firmenimperium aufbaut, während er alle anderen Mitspieler in die Insolvenz treibt. Monopoly ist damit eher eine Anleitung zum privaten Finanzkrieg. Kein Zufall dass heute, in Zeiten zugespitzter Wirtschaftskonkurrenz, amerikanische Unternehmen mit Hilfe derartiger Unterhaltungsmethodik in der offensiven Nutzung von Marktmechanismen ausgebildet werden. Politico - Pentagon preps for economic warfare

Die hier für einen negativen Zweck missbrauchte, grundlegend aber gute, richtige und hilfreiche Erkenntnis lautet: Wenn Ausbildung Spass macht, Realität-bezogen und praktisch ist, dann wird sie auch angenommen. Sie „verführt“, „fliesst“. Und„sitzt“. Nachhaltig.

Anders als die zuvor unter 5  beschriebene, grundlegende Arbeitsform sind die folgenden, speziellen und integrierbaren StoffVermittlungsmethoden alle im o.g.Sinne spielerisch.


Anforderung 1.Eindenken
2.Erfahren
Einzeln Gruppe
Ergebnis-Abrufend
1.Sportives Lernen
("Olympiaden")
Rezipieren ja ja
2.Wer wird Millionär Rezipieren ja ja
Ergebnis-Suchend
3.Kriminalistik Rätsel-Lösen 1.(2.) ja ja
4.Plangruppenspiele Ziel-Erreichen 1.(2.) ja
5.Avantgardist. Lernen Ziel-Erreichen 1. ja ja
Ergebnis-Offen
6.Redeschlacht/
Diskurs
Überzeugen 1./2. ja

Die Tabelle zeigt, dass eine Rezipierung von Unterrichtsmaterial zwar „angenehm“ abgerufen werden kann, dass hier aber ein geringeres Maß an strategischer Schülerleistung in Form selbständiger Denkprozesse abgefordert wird. Idealerweise werden diese erkundenden, immer noch Ziel-suchenden Prozesse (3-5) daher als erstes, im voraus durchgespielt.

Die roten und blauen Arbeitsmethoden werden durchgehend in Wettkampfform durchgeführt. Bei der schwarzen und den beiden grünen ist dies immerhin möglich, 3 und 4 können auch durch den gesamten Klassenverband, ohne spürbare Seitenkonkurrenz bestritten werden. Die Aufgabenstellungen 3-5, teilweise auch 6, können von einer konkurrierenden Gruppe erhoben werden, die sich, will sie es dem „gegnerischen“ Team schwermachen, lustvoll (weil schadenfreudig) in die Materie zu begeben hat. Dieses Prinzip , das einen formal negative Charakterzug positiv transformiert, ist in japanischen Schulen beliebt.

4 und 6 vermitteln über ein vorgegebenes Identifizieren ein „Verstehen“ (nicht „Verständnis“) von Positionen, die der Schüler selbst nicht notwendigerweise teilt oder gar ablehnt. Die er von sich „fernhält“ und daher nicht begreifen kann. Auf diese Weise werden nachgeordnet auch Abläufe besser nachvollziehbar, die aus subjektiver Sicht – man setzt sein Werte/Zielbild leichtfertig als allgemeingültig voraus – zunächst rätselhaft bzw. „unerklärlich“ erscheinen. Die bei 4 im Politikunterricht mögliche Einteilung der Klasse in eine „Regierung“ und „Revolutionäre“ mit der Vorgabe an Letztere „den Staat mit egal welchen Methoden auch immer zu stürzen“ werden solche Erkenntnisse liefern und darüber hinaus machiavellistische Strukturen in den eigenen Planvorgang rücken, die es offiziell nicht gibt, deren Anwendungsnützlichkeit dann aber klar wird. Dass hier die Demokratie-politischen Implikationen anschließend kritisch mit der Klasse zu diskutieren sind versteht sich von selbst. Gleiches gilt für den Fall, dass der Geschichtslehrer „seinen“ Schulraum in den Reichstag vom März 1933 umfunktioniert, mit der Aufgabenstellung: Begründen Sie als Sozialdemokrat, Bürgerlicher und/oder Nationalsozialist Abstimmungs-fähig vor der Klasse ihre Stellung zum Ermächtigungsgesetz.

Das in 3 benannte „kriminalistische Lernen“ geht den umgekehrten Weg, indem es ein Rätsel voraussetzt – wobei der Schüler dieses streng analytisch zu lösen hat, ohne dabei selbst gestalterisch Eingriff zu nehmen. Ein Beispiel für das Fach Biochemie wäre die forensische Arbeit an einem Tier, bei dem sich die Frage stellt, wann und unter welchen Umständen dieses zu Tode gekommen ist. Es gibt natürlich etliche „sauberere“ Vorher-Nachher-Rätsel, rein auf dem Papier stehende Gedankenspiele, welche vergleichbare Arbeitsschritte von der rein theoretischen Seite aus ermöglichen.

Das „avantgardistische Lernen“ zu guter Letzt nimmt sich Problemen an, welche bisher trotz erheblichen Aufwands von Geld und Fachkräften weltweit nicht gelöst werden konnten. Hier bedient der Lehrer den natürlichen Drang des Menschen, „Lufthoheit“ im Wissen oder Handeln zu erlangen. Derjenige sein zu können, welcher ein fremdes Territorium als tatsächlich erster betreten hat. Nennen wir es den Neil Armstrong-Effekt. Die Frage Wie Krebs entsteht und wie man ihn besiegen kann wäre hier eine exemplarische Aufgabenstellung. Dass die Schülerschaft sie nicht lösen wird ist nahezu sicher. Dass sie – wie zahllose „Forscher“ vor ihnen – an etliche Hürden stoßen werden, ebenso. Aber gerade das sowie der Versuch, über diese Hürden irgendwie herüberzukommen wird die Pennäler automatisch und spielerisch zahllose Gesetze und Formeln lernen lassen, die als reine Auswendig-Zu-Lernende-Vorgaben mühsam erscheinen und kaum zu „behalten“ sind.

Die genannten Experimente taugen als Lehrstoff für höhere Klassen. In abgewandelter und einfacherer Form sind sie aber auch für die unteren Jahrgangsstufen durchführbar.


Soweit einige Ausführungen zu attraktiven pädagogischen Arbeitsformen. Eine Schule, die sich als „besser“ sieht kann – und sollte – diese aber noch mit einer ebenfalls „besseren“ Themenwahl ergänzen. Nach offiziellen Lehrplänen steht diese den Schulen frei. Vorgegeben ist vor allem der „Wissensstand“ über den der Schüler am Ende seiner Ausbildungslaufbahn verfügen muss. Wie er dahin kommt, darum bekümmern sich die Behörden wenig. Es ist aber keineswegs egal. Denn: Auch hier schafft ein Mehr an Anreiz ein mehr an Lernwillen. Und damit am Ende ein Mehr an „Drauf-Haben“!

Warum? Ganz einfach! Wissen ist durch tumbes Datenpauken „vermittel-“ aber nicht einstudier-, erleb- und damit „be-halt-bar“. Das herkömmliche Lehrvorgehen stellt in diesem Sinne nichts anderes als eine herbe Zumutung dar, die aber der Schüler – so als sei dies geradezu selbstverständlich  – auszuhalten und viele Jahre hindurch auszusitzen hat. Wie bereits geschildert ist es das eigene, freiwillige Erkunden-Wollen, welches den Heranwachsenden quasi „automatisch“ und dabei auch nachhaltig zur Wissenskompetenz führt. Und es ist ein Leichtes, ihm diese Leimruten auszulegen. Nicht nur methodisch. Sondern auch thematisch. Mathematik beispielsweise kann – und wird – meist durch Formeln transportiert, die lediglich den Endzustand einer Erkenntnis repräsentieren, dessen Weg viele Schüler nie kennen- geschweige denn schätzen lernen dürfen. Nun wissen wir, dass die alten Ägypter und Griechen ein nahezu erotisches Verhältnis mit der Mathematik verband. Sie liebten diese Wissenschaft und bauten ihre Formeln, die sie für göttlich hielten, in ihre Pyramiden ein oder versteckten sie wie Pythagoras in spannenden esoterischen Geheimschulen. Dumm, beamtig, faul und böswillig wie der landläufige Erziehungsminister mitsamt der ihm unterstellten Systempaukerschaft nun mal ist wird der Schüler dann allein mit dem Satz des Pythagoras getrietzt. Während der Zugang in den verborgenen Tempel, all das schöne Drumherum, das ihm in einem spannenden Da-Vinci-Code-verdächtigen Abenteuer gleich Dutzende Erkenntnisse in einem erschließen könnte, lustfeindlich außen vor gelassen wird. 20 Formeln vorgegeben und zwanghaft auswendig gelernt sind bald wieder aus dem Kurzzeitgedächtnis raus. Brütet der Schüler hingegen über dem Rätsel, wo genau nun die Pharaonen mittels ihrer Verschlüsselungsverfahren ihre verdammte Königskammer in die Pyramide gesetzt haben, dann erschließt er sich – über den Weg dorthin – sein Formelwissen höchstselbst. Ungezwungen. Reichhaltig. Und mit langfristiger Haltbarkeit.

Praktisch jedes Schulfach bietet thematische Pforten zu dieser bereichernden Selbstsuche: Physik hat Berührungen zur Astronomie, Religion gründet auf Metaphysik, Gnosis und Mythologien, Chemie verbindet sich mit der Medizin, die Tiefe und der Reichtum unserer ureigenen Sprache, bis hinein in die Silben und Buch-Staben, sollte auf JEDEM deutschen Stundenplan stehen. Tun sie aber nicht. Sagen und Märchen als verdeckter Mittler von Kultur und Wissen? Fehlanzeige. Die Biologie kann – und sollte – zuallererst die Sprache der Tiere, der Jahreszeiten, der Natur verständlich machen, stattdessen wird dem leidenden Jungvolk gleich zu Anfang die Osmose eingetrichtert. Herzlich Willkommen im Land der Langeweile. Wenn es ein Programm gibt, die Schüler thematisch von der Wissenssuche zu trennen, dann ist dieses hoch erfolgreich!.


Wie gezeigt hat eine “attraktive”, den Schüler und sein Wissensbedürfnis “anziehende” Schule zwei Säulen: In der theoretischen Vermittlung ist es zum einen, ganz allgemein, das “Spiel” als “verführerische Methodik” während speziell fachlicherseits der “spannende Untersuchungsgegenstand” als Inhalt hinzukommt. Zu beiden ergänzt sich nun noch drittens die Anwendbarkeit des Unterrichts in der Praxis. Diese -letzte- Form des Lernens vermittelt dem Heranwachsende wiederum in sich dreierlei: ab der 1. Stufe den unmittelbaren Erlebnisvorteil, in der 2. -als Mehrwert – den dauerhaft einsetzbaren Lebensvorteil und in der 3., noch einmal erhöht, ebenso dauerhaft abrufbares Lebensglück, auch in Form einer Souveränisierung. Gehen wir den Praxistauglichsten Fächerkanon an dieser Stelle einmal durch. Er hält Überraschungen parat.


1.
Vertiefung
Sachkenntnis durch Machkenntnis

Die erste Stufe wird als reines Aufsichtsprogramm gefahren. „Praxis“ ist hier noch eine lediglich zugefügte Wissensvertiefung, deren Anziehungskraft sich Schülerseitig auf den unmittelbaren Erlebnisgenuss reduziert. Hierzu könnten, sagen wir einmal wöchentlich, zwei Projektstunden in Form eines Werkstattunterricht stattfinden, in dem die Schüler ihr Wissen in Experimenten zur Anwendung bringen. Auf diese Weise sind die Schüler ständig mit der praktischen Relevanz/Nützlichkeit des theoretisch Erlernten verbunden. Langfristigere Projekte (Bau eines Ballons, Hauses, Boots ö.ä.) können bei entsprechendem Interesse der Jugendlichen in die Gestaltung zusätzlich aufgebauter Freizeitengruppen einfließen. Einsatzähig sind hier quasi alle “anwendbaren Wissenschaften”.

Alle fortlaufenden Fächer – Deutsch als einziges ausgenommen – werden in diesem Konzept als reine Praxiswege, als “Anwendung in sich” vermittelt. Dauerhaft alltagstauglich und langfristig nutzbar sind sie die „Angewandten Wissenschaften“ . Die berufliche Orientierung tritt in diesen Disziplinen immer mehr zugunsten sozialer, ethischer und glücksseitiger Motivationen zurück. Während sich die praktizierte Kompetenz von der Sachkenntnis über die Menschenkenntns bis hin zur Selbstwahrnehmung und hierüber am Ende zur geniesserischen Souveränisierung verlagert. Ganz im Sinne eines unserer Schulziele. Menschen zu bilden, statt Humankapital!


2.
Praxisfächer 1
Sachkenntnis gleich Machkenntnis

Wir bleiben immer noch bei der Sachkenntnis. Nur jetzt geht es nicht mehr um eine Stunde im Labor oder unter freiem Himmel, betreut, sondern um praktische Fertigkeiten die im normalen Unterricht vermittelt und dem Schüler mitnahmefähig zum alltäglichen Gebrauch mitgegeben werden. Als Lebensvorteil: Wir sind daher bei den Angewandten Wissenschaften.

Hierunter fällt als erstes die erste Fremdsprache, die gerade im Rahmen eines Auswanderprojekts wichtig ist. Sie muss – anders als das häufig in herkömmlichen Schulen gehandhabt wird – im entsprechenden Fach Unterrichtssprache sein. Da sie sonst als Nicht-Praxisfach kaum verinnerlicht werden kann.

Die zweite hier zu nennende Disziplin ist die Hauswirtschaftslehre, in der alle Einzelheiten der Haushaltsführung vermittelt werden. Eine von der Grundanlage her „konservative“ Unternehmung wie die unsere, die auf Familienunternehmen setzt, kann diese Ausbildung in ihrer sozialen Stabilisierungsfunktion gar nicht hoch genug wertschätzen. Womit, von hier an durchlaufend, die Werte-Gewinne in die Ausbildung Einzug halten.
Praxisfächer 2
Menschenkenntnis statt Sachkenntnis

Die Praxisfächer der Kategorie 2 rücken Bedeutungsseitig noch einmal einen Schritt nach oben, indem sie das mitnahmefähige, alltagspraktische Wissen des Schülers von der sachlichen auf die menschliche Ebene heben. Hier ist der Gewinn daher nicht nur ein beruflich-sozialer sondern bereits ein ethischer.

In diese Kategorie fällt die Pädagogische Ausbildung, in der das Verständnis bzw. der Umgang mit dem Kind gelehrt wird, ebenso wie das Fach Psychologie, wo es um das (An-)Erkennen “des Menschen” geht; Kommunikationskompetenz, Beziehungs/Liebesfähigkeit und Rollen-(auch Geschlechter-) Verständnis inbegriffen.


Praxisfächer 3
Selbsterfahrung: Vertiefung als Praxis

In der Kategorie 3 der Praxisfächer betreten wir die höchste Stufe der Werteorientierten Ausbildung, geht es doch hier darum, dem heranwachsenden Menschen das Werkzeug zur Selbsterfahrung und damit zu realem Lebensgenuss zu erschliessen.

Die zuletzt unter 2. genannte Angewandte Psychologie spielt hier bereits hinüber, insofern das Fach Mittel zur kritischen Selbstbeobachtungen mit anbietet, zur „Erkenntnis des Selbst“, wenn auch noch im Kognitiven.

Was sich aber nun daran anschliesst liegt rein auf der Gefühlsebene, also dort, wo eine “Bereicherung” am Stärksten erfahrbar ist. Pädagogisch sind hier zwei Fächer halb – als anwendbare – und zwei ganz – als angewandte - Wissenschaften einsetzbar.

Angewandt ist dem Wesen nach die Musik. Im herkömmlichen Unterricht entkernt zum lexikalischen Stilistiklernen und technischem Notenstudium bietet sie Zugang und Ausdruck des Innersten, bis heran zur seelischen Persönlichkeit. Mit allen Möglichkeiten des “Ankommens” im Schönen, durch Hingabe und der “Stimmung” von Atem, Körper und Geist. Voraussetzung ist die Ausbildung dazu, am Instrument, an der Komposition, am Gesang.

Anwendbar ist Deutsch, wo das Gefühl für Wort und Schrift dank Internet auf einem Tiefstpunkt angelagt ist, in dessen Epizentrum sich Jugendliche nurmehr mit englischen Worthackstücken (lol) oder grinsenden Gesichtern (Smileys) “verständigen”. Eine Pädagogik, die sich noch halbwegs ernst nimmt steuert hier dagegen. Die Vermittlung des “schönen und achtsamen Sprechens”, welche das reale Erlebnis der Sprache nahegebringt, ist hier Grundvoraussetzung und höchster Auftrag in einem: Obwohl die Menschen nahezu fortlaufend reden wird ihnen der dahinterliegende, potenzielle Genuss, nie bewusst, da sie in der Vorstellung aufwachsen, die Handlung könne allein der Übermittlung von Nachrichten dienen und sei somit allein Zielgerichtet.

So wie der Mensch spricht, so bewegt er sich. Ebenso ständig, ebenfalls unbewusst und ebenso unerlebt. Weil er bereits beim “Losgehen” das Ankommen vor Augen hat – und das Dazwischen als notweniges Übel betrachtet. Hier, über eine momentgerichtete Ästhetisierung des Körpers und seiner Wahrnehmung, “Genusskompetenz” herzustellen ist Sache des wiederum anwendbaren Sport-Unterrichts. Welcher der Bewegung -etwa im Turnen- einen eigenen, fast künstlerischen Wert einräumen kann. Zugunsten des Aus-Übenden, für den der Weg so zum Ziel wird.

Schon diese drei Disziplinen -Musik, Sprache und Sport – besitzen, zur Schärfung der Wahrnehmung unterrichtet, für sich allein die Macht, unseren Kindern Glückskompetenz weiterzugeben. Deren Nutzungsgrad nach oben offen ist, quasi wie die HimmelsLeiter Jakobs. An dessen Ende das indische VolksEpos Mahabharata das “Paradies Goloka” verortet “wo jedes Wort ein Lied ist, wo jeder Schritt ein Tanz ist, wo die Flöte ständiger Begleiter ist..., wo nicht ein einziger Moment verschwendet wird, da dort Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht existieren.      

Womit wir beim Fach Religion angekommen wären, das im oben genannten Sinne ausschließlich Nutz- und Anwendungs-bezogen, als angewandte Wissenschaft, gelehrt werden kann. Wofür diese Disziplin auch, das ist längst vergessen, ursprünglich gedacht war. Auch hier passen unsere in Sport/Bewegungslehre und Deutsch/Sprachvermittlung gegebenen Grundbeispiele. Nur eben wieder auf einer anderen, diesmal kopfgesteuerten Ebene: Der Mensch denkt und empfindet ständig, oft ohne sich dessen bewusst zu sein. Wie beim Gehen und Sprechen ins Voraus greifend, oft leidend mit Ängsten verbunden; das Zurückfallen in die Vergangenheit in der nicht selten erlittene Verletzungen lauern verschlimmert das Ganze noch. Zwischen beiden Extremen (alb-)träumerisch hin und herspringend verliert sich der Durchschnittsmensch, kommt nicht – ins Dasein. Religon leitet sich von dem lateinischen Begriff religere, Rückverbinden, ab. Rückverbindung zu sich selbst, ins Jetzt und damit die Realität. Die praktischen Werkzeuge dahin sind die Konzentration, die Hingabe und die Einübung von Liebesfähigkeit. Es ist die Schule die alle Mystiker aller Religionen durchlaufen haben, dabei und darin alle Religionen, Kirchen und Gurus hinter sich lassend. Um am Ende Selbst-Bewusstsein, Selbst-ständigkeit und Selbst-Bestimmtheit zu finden. Wirkliche Authentizität zu erlangen. Ein freier, glücklicher und reifer Mensch zu werden.


Dieses Konzept ist ein Angebot, das sich sowohl idealistisch als auch pragmatisch aufstellt, letzteres den nicht änderbaren Rahmenbedingungen folgend, der Dorfschulen zwangsläufig ausgesetzt sind. "Schulische Erziehung" ist zu Recht ein sensibles Thema, in dem der Elternschaft ein hohes Mass an Mitentscheidung eingeräumt werden muss. Sollten diese bessere Konzepte entwickeln, so wäre ein Mehrheitsbeschluss zu erzielen, welcher Weg im Rahmen der jeweiligen Siedlergemeinde zu beschreiten ist.